Meine Jakobswege

Ich hatte noch nie etwas vom Jakobsweg gehört, als ich vor etwa 20 Jahren damit begann, Spanisch zu lernen. Erst im Unterricht erfuhr ich davon. Teil unserer Hausaufgaben war damals, sich im Internet über den Camino Francés zu informieren. Auf spanischen Seiten, versteht sich.

Ich war von Kindesbeinen an das Wandern gewohnt und hatte meine Eltern - beide waren Mitglied im Wanderverein - stets gerne zu Wander-Veranstaltungen begleitet. Ich liebte es immer schon, mich in der Natur zu bewegen. Eine Wanderung über mehrere Tage, ja sogar Wochen, wäre mir aber bis dato im Traum nicht eingefallen. Doch je mehr ich über diesen seltsamen Pilgerpfad las, um so mehr geisterte er mir durch den Kopf und ich begann, alles darüber zu lesen, was ich finden konnte. 

In den Jahren 2004 und 2005 hatte ich mehrfach hintereinander Verletzungen an den Beinen. Erst eine überlastete Achillessehne links, vier Wochen Gips, dann einen Wadenbeinbruch rechts, acht Wochen Gips und schließlichen einen Unfall, bei dem ich mir das linke Schienbein freilegte und operiert werden musste, zwei Wochen Krankenhaus und anschließend noch sechs Wochen, bis alles wieder verheilt war. Übrig blieb eine große Narbe und ein Versprechen an .... Gott? .... das Schicksal? .... mich selbst?

Sollte ich jetzt ein Jahr lang ohne Verletzung bleiben, würde ich den Jakobsweg gehen!

Im Mai 2006 war das Jahr um und ich löste mein Versprechen ein. Meine Recherchen hatten ergeben, dass der Camino Francés selbst damals schon sehr überlaufen war. Ich suchte nach Alternativen und stieß auf den Camino del Norte - den Küstenweg. Und ich ging ihn nicht alleine - meinen Weg! Zumindest in den ersten beiden Jahren nicht. Ich konnte durch meine Arbeit auf dem Hof den Weg nicht in einem Stück gehen, sondern teilte ihn auf vier Jahre zu Etappen von 9 - 14 Tagen auf. Im letzten Heiligen Jahr 2010 traf ich alleine in Santiago ein.

Nach einigen Jahren auf anderen Wegen, kehrte ich 2015 wieder auf einen  Jakobsweg zurück. Diesmal sollte es die Via de la Plata und ihr Zubringer, der Camino Mozárabe, sowie abschließend der Camino Sanabrés sein. Und auch diesmal wurde die gesamte Strecke auf mehrere Jahre aufgeteilt und ist aktuell noch nicht beendet. Mein zweiter Jakobsweg hatte zudem die Besonderheit, dass ich eine Jahres-etappe wegen massiver Fußprobleme mit dem Fahrrad zurücklegte, was ich mit Sicher-heit kein zweites Mal mehr machen werde.

Camino del Norte

Camino Mozárabe

Via de la Plata

Camino de Sanabrés

Camino Finale

Geplant für 2021
sofern Corona uns lässt