Mein Bauernhof

„Darf die Pauline denn Burger fressen?“ hatte Florian gefragt, als wir auf der Fahrt in mein neues Zuhause bei McDonalds angehalten hatten. Und Regina hatte geantwortet: „Ja, schmeckt eh wie Hundefutter!“ „Hmmm! So schmeckt also mein neues Hundefutter!“ dachte ich damals. Und das war der erste Trugschluss, dem inzwischen noch einige folgten!

Wie lange wir noch fuhren, kann ich nicht sagen, denn ich schlief bald auf Reginas Schoß ein. Als wir dann endlich ankamen, wurde ich an der Leine gleich mal in einen Garten gebracht und konnte mich endlich erleichtern. Danach lernte ich die weiteren Mitglieder meiner neuen Familie kennen. Da war zuerst Hildegard. Die mochte ich gleich. Sie roch so interessant. Ich wusste nur zuerst nicht, wonach genau. Sie hat mich am Bauch gekitzelt und hatte nichts dagegen, dass ich ihr das ganze Gesicht abschleckte und an ihren Ohren knabberte. Man konnte sich auch so schön in ihren Haaren verstecken.

Soferl dagegen war blöd! Die hat mich sofort angeknurrt – da hab ich sie kurzerhand in die Pfote gebissen und mich dann gleich hinter Regina versteckt. Dabei hatte ich schon mit ihr spielen wollen, mit dieser schrulligen Alten!

In den nächsten drei Stunden drehte sich alles  um mich! Regina war ganz für mich da. Ich bekam Futter aus der Dose und aß alles restlos auf. Wir spielten im Garten und Regina zeigte mir, wo im Haus mein Kennel steht. Der ist schön: dick mit Kissen und einer Lammfelldecke ausgelegt, mit Spielzeug drin und er steht in einer richtigen Höhle. Gleich daneben steht mein Wassernapf. Irgendwann kam dann auch mein neues Herrchen nach Hause, der Schos. Den mag ich auch. Bei dem darf ich einfach alles!

Nach einiger Zeit wurden plötzlich alle recht hektisch, zogen fremd riechende Kleider an und gingen nach draußen. Regina sagte, sie hätten jetzt die Stallarbeit zu erledigen. Sie setzte mich in einen kleinen Freilauf im Garten und ließ mich dann einfach alleine. Ich fand das voll bescheuert und teilte das auch lautstark der Welt mit. Regina tat so, als würde sie mich nicht hören, was ich ihr aber nicht abnahm. Ich konnte sie doch sehen! Sie war vorne im Hof, nur etwa 30 bis 40 Meter von mir weg. Ab und zu verschwand sie dort im Stall, kam jedoch immer gleich wieder heraus. Also musste sie mich auch hören! Das tat sie wohl auch, denn sie kam plötzlich auf mich zu. Na also, geht doch! Ich war sofort mucksmäuschenstill – jetzt würde sie mich hier herausholen und mitnehmen, damit ich mein neues Zuhause ausgiebig würde erkunden können. Doch was tat sie? Sie kam mit dieser doofen Soferl im Schlepptau in den Garten und man konnte Soferl ansehen, dass sie von der Aussicht, die nächste Stunde mit mir zu verbringen, genauso wenig begeistert war, wie ich. Was sollte das? Regina band Soferl neben meinem „Gehege“ an einen Baum und ging wieder!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter lautem Protestgekläffe sah ich zu, wie sie im Hof Kälberfutter in Eimer füllte und immer wieder im Stall verschwand. Ich musste ganz schön tief in meine Repertoire-Kiste greifen und von Kläffen über Knurren zu Jaulen und Heulen alles hervorholen, was meine Stimme hergab, bis sich endlich jemand meiner erbarmte. Nachbar Daniel kam zu mir und streichelte mich. Befreien wollte er mich aber auch nicht.

Dann war Regina fertig mit ihrer Arbeit und sie ließ mich an der langen Leine zuerst in den Garten und schließlich durfte ich mit ihr zusammen den Hof erkunden. Wir schauten in den Kuhstall hinein. Dort war es mir noch nicht so ganz geheuer. Da standen so viele Kühe herum und alle glotzen mich blöd an. Und wenn so ein Rindvieh brüllt – mein lieber Schwan, da wackeln dir vielleicht die Ohren!

Nach dem Rundgang durfte ich mit ins Haus und pinkelte gleich mal ins Esszimmer. Ehe ich mich versah, war ich wieder im Garten. Erst wusste ich nicht, was ich da sollte. Wir waren doch gerade erst hineingegangen. Eine Weile lief ich an der Leine hin und her, dann fiel mir wieder ein, dass ich ja noch nicht fertig war mit Pinkeln. Also erledigte ich das und wurde überschwänglich gelobt dafür. Na gut, wenn Regina sich so freut über meine Pfützen – den Gefallen kann ich ihr tun. Zurück in der Küche, bereitete sie  mein Abendessen zu und ich setzte derweil einen großen Haufen ins Esszimmer. Diesmal musste ich nicht gleich wieder hinaus, sondern durfte erst essen, während Regina den Haufen beseitigte und irgendwas murmelte von wegen, sie sei ja selbst schuld. So sah ich das auch!

Beim nächsten Gartengang blieb sie dann so lange mit mir draußen, bis ich beide Geschäfte erledigt hatte. Mann, Olle, als ob ich immer gleich auf Kommando müssen könnte. Da holt man sich ja ´ne Lungenentzündung! Aber bitte, wenn du meinst! Mach ich halt mein Geschäft auf Kommando!

Jetzt endlich wurde es gemütlich. Regina trug meinen Kennel ins Wohnzimmer und ich durfte dort auf den Sessel und aufs Sofa.

Es gab sechs Katzen in meinem neuen Zuhause. Die erste, die ich traf, war Flocke. Die fand ich toll und mag sie auch heute noch am liebsten! Der kann man super hinterher rennen. Nur dumm, dass sie schneller ist als ich und zudem noch auf Bäume klettern kann. Das muss ich noch üben! Vor der Susi hatte ich ein bisschen Angst. Die fauchte immer gleich und schaute mich so durchdringend an. Einen richtig stechenden Blick hatte die. Wo man das doch eigentlich uns Border Collies nachsagt! Die Mimi maunzte immer, trieb sich ständig in meiner Nähe herum, aber wenn ich zu ihr hin wollte, hüpfte sie auf einen Baum. Spielen konnte man mit der auch nicht. Und ihre Schwester Fuchsi brachte mir eine tote Maus. Was sollte ich denn mit einer toten Maus? Dann gibt es noch den Kater Maunze, der durfte abends zu Herrchen aufs Sofa. Von dort oben durchbohrte er mich mit seinem Blick und fauchte mich ab und zu an. Wenn ich dann trotzdem zu ihm hin ging, bekam er voll die Panik und haute ab. Na, und mit Kater Schlappe war auch nichts anzufangen. Der war total langweilig. Der machte nämlich gar nichts. Also ich meine wirklich und wahrhaftig GAR NICHTS! Der ließ sich nicht erschrecken, der lief nicht weg, er spielte nicht, fauchte nicht, ja, der schaute mich nicht einmal an! Schaute ich ihn eben auch nicht an! Der würde schon noch sehen, was er davon hat!

 

Meine erste Zeit auf dem Hof war ganz schön aufregend. Die ersten paar Nächte wurde ich zwar im Kennel eingesperrt, der stand aber genau vor Reginas Bett. Wenn ich nachts Pippi musste, dann wollte ich natürlich raus aus dem Kennel und machte ganz schön viel Krach. Ich wollte ja schließlich nicht in mein Bett pieseln. Regina hörte mich dann und führte mich an der Leine nach draußen. Überhaupt durfte ich die ersten paar Wochen nur an der langen Leine raus. Ich wollte nämlich nicht auf Regina hören und blieb auch nicht gerne in ihrer Nähe. Ich wollte doch die Welt erkunden. Bei Soferl wollte ich auch nicht bleiben. Die war nämlich nicht wirklich nett zu mir. Bei Spaziergängen lief ich aber ganz nahe bei Soferl. Irgendwie wusste ich instinktiv, dass sie auf mich aufpassen würde, sollte doch mal was sein.

 

In der Zeit lernte ich Filou kennen. Filou ist auch ein Border Collie, ein paar Monate älter als ich. Er gehört Katrin, einer Freundin von Regina. Filou kam jetzt öfter vorbei, mindestens einmal in der Woche, manchmal auch zweimal. Dann spielten wir zusammen im Garten. Wir rannten ganz schnell um die Bäume und fetzten durch Hildegards Gemüsegarten, dass die Salatpflanzen nur so flogen. Hildegard hat dann ihren Gemüsegarten eingezäunt. Allerdings mit einem ganz niedrigen Zaun. Ein paarmal kam auch Paula mit ihrem Frauchen zum Spielen und Paula rannte von uns allen am wildesten. Einmal lief sie voll in Hildegards niedrigen Zaun und blieb mit dem Kopf darin hängen. Paula ist ein Beagle und noch ein viertel Jähr älter als Filou. Mit Filou durfte ich auch einmal einen ganz langen Spaziergang machen. Regina und ich fuhren mit dem Auto nach Flossing, holten Filou ab und gingen zum Hörndlberg, dann zu uns nach Hause, wo wir eine lange Pause einlegten, während der ich mit Filou im Garten spielen durfte. Dann brachte Regina Filou wieder nach Hause und kam im Auto zurück. Das war echt schön!

 

 

 

 

 

 

Kurz vor Ostern kamen meine Mama und meine Schwester Ella-Malou zu Besuch. Und mit ihnen Uschi und Armin, meine Züchter. Ich war ganz schön aufgeregt und wollte ihnen meinen Hof und meinen Garten zeigen. Ja, mittlerweile durfte ich mich schon im ganzen Garten frei bewegen. Der hatte nämlich erst kürzlich einen neuen Zaun bekommen und Regina hatte zusätzlich noch Maschendraht daran befestigt und auch die Kellertreppe mit Drahtzaun gesichert, damit ich da nicht abstürzen konnte. Ella-Malou war deshalb noch bzw. wieder bei unserer Mama, weil ihre Familie sie zurückgegeben hatte. Da hat wohl irgendwas nicht gepasst, kurze Zeit später fand aber auch sie ein liebes Frauchen. Wir fuhren alle zusammen zum Inn, Soferl durfte auch mit und auch Filou kam mit Katrin dorthin. Da durften alle frei herumtoben, nur ich musste noch an die Schleppleine – voll doof.

 

Bald nach diesem Ausflug zum Inn wurde Soferl sehr krank und starb nach ein paar Tagen. Regina war sehr traurig, setzte sich im Esszimmer auf den Boden, hielt mich fest und wollte mich streicheln. Ich wollte aber wie üblich weg von ihr. Da fing Regina plötzlich zu weinen an und sagte, sie hätte sich so sehr auf mich gefreut und nun würde ich sie einfach nicht mögen. Und jetzt sei auch noch Soferl tot. Ich hatte noch nie einen Menschen weinen gesehen. Das war irgendwie seltsam. Mir wurde ganz komisch und ich sah Regina mit großen Augen an. Ich weiß nicht warum, aber ich musste einfach zu ihr hin gehen und das Wasser ablecken, welches ihr da über die Wangen lief. Das schmeckte aber gar nicht, wie Wasser sonst schmeckt. Reginas Tränen hatten den gleichen Geschmack wie die Trennung von meiner Mama damals. Von dem Tag an suchte ich Reginas Nähe und wir verstanden uns immer besser.

Soferl war nicht die einzige, die in diesem Frühjahr starb. Auch Schlappe und Mimi gingen über die Regenbogenbrücke, genauso wie Basco, einer von Reginas Pferden. Es war offenbar kein gutes Frühjahr für einige der Tiere vom Hof. Eine Weile war ich nun der einzige Hund am Hof aber langweilig war mir deshalb noch lange nicht. Ich hatte ja noch immer genug Gesellschaft. Und wenn die Katzen keine Zeit für mich hatten und  auch Filou nicht kam, dann waren da ja noch die Kühe und die Kälber. Bereits eine Woche nachdem ich auf dem Hof angekommen war, durfte ich in die Hundeschule. Dazu mussten wir aber über eine halbe Stunde mit dem Auto fahren. Wenn ihr wissen wollt, was ich da alles gelernt und erlebt habe, dann schaut auf meiner Ausbildungsseite nach.

So langsam durfte ich dann während der Stallarbeit auch ohne Leine herumlaufen. Regina hatte sich eine echte Hütehund-Pfeife gekauft und auf der pfiff sie immer eine ganz spezielle Tonfolge, bei der ich zu ihr laufen sollte. Ihr Problem war allerdings, dass sie stets verschiedene Töne hervorbrachte. Wenn überhaupt! Da war es doch nicht meine Schuld, wenn ich nicht wusste, wann ich nun zu kommen hatte! Eines Tages stieg mir während der Stallarbeit ein fremder Geruch in die Nase. Dem  musste ich natürlich unbedingt auf den Grund gehen. Ich lief also durch den Garten, zwischen Gartenhaus und Pferdekoppel durch, an Nachbars Garage vorbei und stand plötzlich vor einem Zaun, hinter dem ich zwei wollige Tiere erspähen konnte. Ein weißes und ein schwarzes. Ich begann vor lauter Freude wie wild zu bellen und die beiden Tiere freuten sich wohl auch mich zu sehen, denn sie rannten aufgeregt hin und her und vollführten dabei lauter Bocksprünge. Hey, war das lustig. Zumindest bis zu dem Moment, als Regina kam, mich ausschimpfte und sagte, ich solle die Schafe in Ruhe lassen, die wären doch gestern Abend erst angekommen. So sahen also Schafe aus! Wusste ich doch, dass wir zusammengehören! Ich versprach den Schafen, bald wiederzukommen. Allerdings wurde ich, aus mir unerklärlichen Gründen, am nächsten Morgen erneut an die lange Leine genommen. Doch sobald Regina mich nach ein paar Tagen wieder frei im Hof herumlaufen ließ, löste ich mein Versprechen ein und besuchte die Schafe. Die hatten wohl schon auf mich gewartet und rannten auf ihren Berg hoch - ich sofort hinterher. Und da lieferten wir uns dann ein Wettrennen - Mann, oh Mann! Ein ums andere Mal rauf auf den Hügel und auf der anderen Seite wieder runter, solange bis das schwarze Schaf rückwärts den Berg hinunter fiel. Ich wollte es gerade in die Flanke zwicken, damit es aufsteht, da flog mir ein Schuh um die Ohren. Der Schuh gehörte Daniel, unserem Nachbarn, die Schafe wohl auch. Etwas in Daniels Blicken und Gesten sagte mir, dass ich jetzt wohl besser heimgehen sollte.

Ich besuchte die Schafe noch des öfteren. Ich merkte aber schon bald, dass ich mich dabei weder von den Nachbarn noch von Regina erwischen lassen durfte. Die mochten das nämlich gar nicht. Dabei hatten wir soviel Spaß miteinandern - die Schafe und ich! Im letzten Herbst wurden die Schafe dann wieder weggebracht und mussten dazu in den Vieh-Anhänger einsteigen. Und da hätte ich dann plöztlich helfen sollen! Viel mir ja im Traum nicht ein!

Von jetzt an spielte ich mehr mit den Kälbern und den Pferden. Ich versuchte, ihnen das Fußballspielen beizubringen. Doch meistens glotzten sie mich nur blöd an.

 

Das war aber auch nicht so tragisch, denn als ich sechs Monate alt war, bekam ich einen neuen Spielgefährten - Blue. Blue ist ein Appenzeller Sennhund. Also auch ein Hütehund wie ich, nur für Rindviecher statt für Schafe. Ich durfte mitfahren, als wir ihn aussuchten. Das war vielleicht ein Akt, kann ich euch sagen! Das war irgendwann im Juni, da fuhren wir nach Aschau am Inn zu einem Hof mit Kälbern und Pferden. Schon als wir in den Hof einfuhren, wurden wir von drei erwachsenen Hunden begrüßt - zwei Appenzeller und ein Jack Russel Terrier. Regina, Hildegard und Florian stiegen aus und Regina holte mich aus meinem Kennel im Kofferraum und nahm mich auf den Arm. Wir gingen in den Pferdestall und da, in einer Box, waren die Welpen untergebracht. Als wir in der Box drin waren, setzte Regina mich auf den Boden und im nächsten Augenblick fielen elf Welpen über mich her. Ich wusste gar nicht, wie ich mich gegen die ganzen Viecher wehren sollte. Überall saugte sich einer an mir fest, bis ich schließlich begann, um mich zu beißen. Regina nahm mich sofort heraus und setzte mich vor der Box draußen ab. Die Mama der Rasselbande kam und ich dachte schon, mein letztes Stündlein hätte geschlagen - weil ich doch nach ihren Kindern geschnappt hatte. Aber sie legte sich zu mir und spielte mit mir. Zwei Wochen später fuhr Hildegard nochmal alleine dorthin und brachte Blue mit nach Hause. Ich war total happy darüber und zeigte ihm meinen ganzen Hof. Er geht überall mit mir hin, wo ich ihm sage, dass er hingehen soll. Und Blue macht alles, was ich will! Wenn er nicht sofort mitkommt, dann packe ich ihn am Hals und ziehe einfach. Zu Weihnachten bekam ich sogar einen Griff, um ihn noch besser packen zu können. Der Griff ist aus rotem Leder mit weißen Kreuzen darauf und Hildegard hat diesen Griff an Blues Hals befestigt. Das ist echt praktisch! Blöd ist nur, dass der Kopf von Blue noch kleiner ist als der Hals und deshalb das Halsb.... ähm...der Griff dauernd über den Kopf rutscht.

Bei den Katzen gab es auch noch weitere Veränderungen. Bald nach Blue zogen zwei kleine Katzen bei uns ein. Die brachte Florian von der Arbeit mit nach Hause. Florian arbeitet auf einem anderen Hof. Als ob es bei uns nicht genug zu tun gäbe. Wenn er das macht, weil ihm langweilig ist, da könnte ich für Ablenkung sorgen. Ich würde den ganzen Tag mit ihm Fußball spielen - das ist nämlich mein Lieblingsspiel. Aber er fährt morgens immer auf diesen anderen Hof und kommt erst abends wieder heim, bzw. seit einem dreiviertel Jahr kommt er nur am Wochenende heim. Na, und irgendwann brachte er die beiden Katzen mit. Die waren da noch nicht ganz drei Monate alt. Florian sagte, die heißen Mucki und Maxi. Inzwischen hat sich allerdings herausgestellt, dass Maxi ein Mädchen ist.

Ich wollte mir die zwei mal aus der Nähe anschauen und  - schwuppdiwupp - hatte ich einen Kratzer auf der Nase. Das war ganz schön unfair. Ich wartete darauf, dass die beiden losrennen würden, damit ich hinterher konnte. Aber den Gefallen taten sie mir nicht. Blue war mir da auch keine Hilfe, denn Blue rennt nie hinter irgendwas her. In der Beziehung ist das ein richtiger Langweiler. Regina war dann aber noch viel unfairer als die Katzen und sperrte uns allesamt ein paar Stunden zusammen in den Wirtschaftsraum. Blue schlief, die Katzen saßen auf ihrem Kratzbaum und schauten mit großen Augen zu mir herunter und ich ging in Lauerstellung. Aber nix geschah! Nach diesem Tag, lagen die Katzen dann meist bei Blue und saugten an seinem Fall und ich konnte sehen, wo ich blieb.

Nach ein paar Tagen kam noch eine dritte Katze hinzu, eine schwarze mit weißen Pfoten und weißer Brust. Die brachte Hildegard aus Flossing vom Einkaufen mit. Ich weiß aber jetzt nicht, ob sie die im Dorfladen gekauft hat. Hildegard taufte diese Katze Mohrle aber Wolfgang nennt sie Söder oder manchmal auch Dr. Söder. Söder ist auch ein Mädchen und eine ganz schöne Diva. Inzwischen habe ich mich an die Katzen gewöhnt und liege oft mit ihnen zusammen auf dem Sofa. Nur nachts finde ich es manchmal ätzend, dass ich mein Bett mit Mucki teilen soll. Ich darf nämlich seit einiger Zeit wieder im Schlafzimmer schlafen. Nach der Eingewöhnungszeit hatte mein Kennel im Esszimmer gestanden. Dort hatte ich selbst entscheiden können, ob ich darin schlafen wollte oder lieber auf dem Sofa oder auf der Decke in der Küche. Morgens hatte Schos mich dann immer ins Schlafzimmer reingelassen, wo ich stets mit einem Riesensprung von der Tür weg auf Regina gesprungen war. Und dann kuschelten wir noch ein paar Minuten, bevor wir aufstehen mussten.

 

Dann wurde aber Susi krank und schlief dort. Susi war die älteste der Katzen, praktisch die Katzen-Oma, und sie bekamt vor ein paar Wochen immer öfter epische....elüptische....nein, jetzt weiß ich´s: epileptische Anfälle. Das war manchmal so heftig, dass sie vom Stuhl fiel oder sich an den Möbeln anschlug. Dann pieselte sie immer unkontrolliert und setzte auch Kot ab. Blöderweise hatte sie sich angewöhnt, auf meinen Decken und in meinem Kennel zu schlafen. Das war ganz schön unappetitlich. Aber sie tat mir auch leid! Jedenfalls nahm Regina mich da wieder mit ins Schlafzimmer und sie hatte auch nix dagegen, wenn ich nachts zu ihr ins Bett kam. Darauf sagte Schos: "Gleiches Recht für alle!" und holte Mucki ins Schlafzimmer. Der schläft seitdem bei Schos im Bett und wenn wir uns nachts zufällig in die Quere kommen, dann muss einer von uns abhauen. Meist ist das dann er! Als Susi dann von ihrem Leiden  erlöst wurde, hätte ich ja eigentlich wieder ins Esszimmer zurück können. Musste ich aber nicht!

Inzwischen bin ich 16 Monate alt und darf mich überall am Hof frei bewegen. Morgens um sechs beginnt mein Arbeitstag, da lässt Regina mich hinaus und ich sauße sofort in den Stall und schaue nach dem Rechten. Blue, der die Nacht draußen verbringt, darf dafür ins Haus und kuschelt noch ein paar Minuten mit Schos und den Katzen. Es dauert aber nicht lange, dann kommen alle in den Stall und jeder geht seiner Arbeit nach. Seit etwa zwei Wochen pfeift Regina noch nicht einmal mehr alle paar Minuten auf ihrer Hüte-Pfeife, weil sie sich darauf verlassen kann, dass Blue und ich nicht vom Hof weglaufen. Nur ab und zu, wenn sie uns längere Zeit nicht gesehen hat, weil wir im Garten waren oder mal kurz Hildegard drüben im Laufstall besucht haben, pfeift sie noch. Und dann laufen wir beide ganz schnell zu ihr, denn meist gibt´s dann Frühstück oder sie wirft uns den Quietscheball. Den mag ich inzwischen noch lieber, als den Fußball. Sie pfeift übrigens inzwischen besser. Man kann direkt Töne unterscheiden. Sie behauptet ja, sie könne mittlerweile sogar den Radezki-Marsch auf der Hüte-Pfeife spielen. Ich weiß ja nicht, wie sich dieser Marsch eigentlich anhören sollte, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass wirklich jemand so was schräges komponiert haben soll.

Nach dem Frühstück dürfen Blue und ich eine Weile im Haus schlafen und dann geht´s ab in den Garten. Da spielen wir dann, bis Regina uns mittags wieder mit in den Stall nimmt. Wir haben schon ganz viele Löcher in den Garten gegraben und um Florians alten Sandkasten verläuft unsere Trampelspur. Die geht dann auch noch weiter, den ganzen Zaun entlang. Früher bin ich immer den Traktoren, Autos und Radfahrern usw. am Zaun entlang hinterhergerannt. Solange, bis Regina eine Dose mit Dekosteinen nach mir geworfen hat. Seitdem mache ich das nicht mehr! Vor zwei Wochen haben allerdings Hildegard und Regina einen Zaun um den Gemüsegarten und um den Teil des Gartens, in dem der alte Sandkasten steht, gezogen. Hildegard hat da neuen Rasen und Blumen und so angesät. Jetzt dürfen wir da nicht mehr hin! Egal! Der Garten ist noch immer groß genug und wenn es draußen warm ist und nicht so windig, dann stehen sowieso alle Türen auf. Auch die Gartentür! Dann können Blue und ich zum Wohnzimmer raus, durch den Garten in den Hof, zur Haustür wieder rein und durch den Flur wieder ins Wohnzimmer. Und immer so weiter!

Nachmittags geht Regina oft mit uns im Wald spazieren. Dann präpariert sie Bäume mit Leckerlis und wir dürfen die suchen. Oder sie versteckt sich selbst hinter Bäumen und wir müssen sie suchen. Und neuerdings nimmt sie immer eine Tüte mit und sammelt Müll auf. Nach der Stallarbeit am Abend üben wir Tricks oder Obedience und danach gehen wir noch zum Toben in die Kiesgrube. Dort saußen wir dann immer über Kiesbuckel und abgekippten Aushub und was da halt so herumliegt. Die Katzen sind dann auch oft dabei und ich bin auch schon einmal über die Abbruchkante in die Kiesgrube hinuntergerannt und anschließend wieder die Wand hochgeklettert. Regina hat sich da ganz schön erschrocken. Ich fand´s lustig!

In die Hundeschule gehen wir zur Zeit nicht und auch zum Fressnapf darf ich nicht mehr mit rein. Wegen Corona! Früher durfte ich öfter mit zum Wirt aber auch da geht Regina jetzt nicht mehr hin. Alles wegen Corona. Ich weiß ja nicht, wer diese Corona ist, aber die geht mir ganz schon auf´n Keks! Hoffentlich schleicht sich die bald wieder! Wir hätten eigentlich mal wieder zusammen  in Urlaub fahren wollen, aber auch das vermiest uns diese Corona. Ich war schon ein paarmal mit Regina in Urlaub und einmal war Schos auch dabei. Schaut doch einfach einmal auf die Seite Urlaub mit Regina! Da könnt ihr nachlesen, was wir da so erlebt haben!

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Espero a Pauline

von der Saußbachklause

Pferde- und Landwirtschaftsmeisterin

geboren am 16. Dezember 1960

verheiratet

bisher drei veröffentlichte Bücher

Hobbys Wandern, Malen, Schreiben und Pauline

Border Collie

geboren am 26. Dezember 2018

ledig und kastriert

Besuchs- und Lesehund

Hobbys Obedience, Tricks, Löcher in den Garten graben

Regina Haumaier

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