• Pauline

Wie die Zeit vergeht

Hallo Leute

Ich habe ja ewig keine Zeit mehr gehabt, an meinem Blog weiterzuschreiben, fast zwei Monate lange. Dabei ist so viel passiert, seit ihr das letzte Mal was von mir gelesen habt!


Zunächst einmal hatten wir, solange keine Hundeschule war, so eine lustige Challenge: Impulskontrolle! Da musste sich Regina direkt zum Affen vor mir machen. Was die alles für uklige Verrenkungen vollführt hat! Aber es hat Spaß gemacht und wir haben die volle Punktzahl erreicht. Dummerweise hatten das fünf weitere Teams auch, so dass es noch ein Stechen gab. Da musste ich eine Wiener ins Maul nehmen und zehn Meter damit neben Regina her laufen. Wir liefen zweimal bis zum Wald und zurück und ich verstand nicht, was daran jetzt lustig sein sollte. Schwierig war das auch nicht. Aber der Clou war, dass ich danach die Wiener fressen sollte. Eine ganze Wiener - also nicht in kleinen Stücken, nein, im Ganzen! Wo ich das doch gar nicht mag. Wir landeten schließlich zu dritt auf Platz eins.


Inzwischen hat der Unterricht in der Hundeschule wieder begonnen und Regina ist, ohne mich zu fragen, in eine andere Gruppe gewechselt. Wir sind jetzt nicht mehr Sonntagvormittag, sondern Montagabend auf dem Hundeplatz. Und es gibt keine Spieleinheiten mehr. Find ich doof.


Vor zwei Wochen waren Regina, Schos und ich im Urlaub. Dazu nahm Regina meine Transportbox aus dem Auto heraus und installierte stattdessen ein Gitter an den Kopfstützen der Rückbank. Ich bekam zwei Drittel des Kofferraumes für mein Kissen, das normalerweise in der Box liegt, im restlichen Drittel wurde der Koffer mit Gurten fixiert. Warum sie das so machte entzieht sich meiner Kenntnis. Mehr Platz als in der Box hatte ich dadurch auch nicht.


Wir starteten am frühen Morgen und ich schlief noch einmal ein, weil der Regen so monoton aufs Dach plätscherte. Ich weiß nicht, wie lange ich geschlafen hatte, als der Wagen plötzlich anhielt und wir alle ausstiegen. Der Regen hatte aufgehört und wir liefen ein paar Meter bis ans Wasser. Das war aber nicht der Inn, der da vor mir lag – den kenne ich inzwischen gut!

An diesem Wasser hier konnte man das andere Ufer gar nicht sehen. Regina sagte irgendwas vom Bodensee und tatsächlich: anders als am Inn, konnte man hier den Boden sehen.


Ich war fasziniert von diesem Bodensee und wollte gerade ein bisschen herumplantschen, als plötzlich zwei große weiße Ungeheuer auf dem Wasser angeschwommen kamen. Sie hatten lange, gebogene Hälse und eines der beiden Monster spreizte seine Flügel und kam drohend auf mich zu. Dabei begann es laut und furchterregend zu fauchen. Aber wenn die beiden annahmen, ich würde den Schwanz einziehen und davonrennen, dann hatten sie sich getäuscht! Ich bin Pauline, die Unerschrockene!

Ich stellte meine Nackenhaare auf und bellte und knurrte so laut ich konnte. Wenn Regina mich nicht an der Leine gehalten hätte, dann wären die beiden mir nicht ungeschoren davongekommen! So aber zog sie mich an der Leine zurück und behauptete lachend, ich würde da den Kürzeren ziehen. Ein paar Meter weiter waren noch drei Hunde mit ihren Menschen unterwegs. Und das Herrle der drei sagte zu Regina: „Sie haben da wohl ´ne kleine Krawallkröte dabei!“

Krawallkröte nannte mich der! Der sollte nur warten, bis ich mit den beiden Monstern fertig wäre!


Wir liefen dann noch auf einem hölzernen Weg ein Stück weit direkt übers Wasser und unter dem Weg kamen die beiden Ungeheuer noch einmal angeschwommen. Ich hatte sie aber anscheinend ordentlich eingeschüchtert – denn sie schwammen auf den See hinaus, ohne sich noch einmal nach mir umzusehen. Von hier oben konnte ich sehen, dass die beiden ganz schön groß waren – mein lieber Schwan!


Wir stiegen wieder ins Auto und fuhren noch einmal ein paar Stunden weiter. Und irgendwann kamen wir dann an einem ganz großen Haus an. Dort roch es überall nach Hunden, obwohl ich die ersten Tage nicht einen zu sehen bekam. Wir wurden von einer netten Frau begrüßt und durften außen am Haus eine Treppe bis ins obere Stockwerk hochsteigen. Dort ließ die Frau uns in ein Zimmer hinein und ich machte es mir gleich mal auf dem Sofa gemütlich. Regina scheuchte mich sofort wieder runter und ich verstand erstmal gar nix. Daheim darf ich doch auch aufs Sofa! Die nette Frau sagte dann auch gleich, sie bringt noch ein paar Decken und dann darf die Pauline überall hin – auch aufs Sofa und aufs Bett. Na also, geht doch!

Das Bett musste ich aber erst suchen. Dazu musste man vom Wohnzimmer aus noch eine Trappe hinaufsteigen und da oben war das Bett. Dort war es mir aber zu warm. Als ich wieder nach unten ging, stand da bereits mein gefüllter Wassernapf und auch mein Futter war schon hergerichtet und neben dem Sofa lag das Kissen aus meiner Transportbox. So macht Urlaub Spaß!


Wir blieben aber nicht lange in dieser Wohnung, sondern machten noch einen schönen, langen Spaziergang zu einem Restaurant im Wald, wo meine beiden Menschen auch endlich ihr Futter bekamen. Und Regina gab mir sogar von ihrem Essen etwas ab, was sie normalerweise nie tut.

Später, als Schos schon ins Bett gegangen war, machten Regina und ich noch einmal einen kleinen Spaziergang zu einer Pferdeweide. Da durfte ich noch ein bisschen herumtoben und wir spielten, bis es dunkel wurde.


Wir machten die nächsten beiden Tage ganz lange Spaziergänge. Eigentliche waren wir dabei den ganzen Tag lang unterwegs. Am ersten Tag durfte ich zunächst freilaufen, wurde aber bald an die Leine genommen. Der Weg führte an einem kleinen Fluss entlang. Ab und zu durfte ich ins Wasser, musste aber immer an der Leine bleiben. Wir waren etwa drei Stunden unterwegs und es kamen uns immer mehr Leute und auch Hunde entgegen. Auch in unsere Richtung waren sehr viele Menschen unterwegs und weil der Weg immer enger wurde und immer höher hinaufstieg, bis der Fluss schon ganz unten in der Tiefe zu sehen war, beschlossen Regina und Schos, diese Schlucht bei passender Gelegenheit zu verlassen.


Endlich durfte ich wieder freilaufen und Regina hatte sogar einen meiner Quietschebälle dabei. Den warf sie weit voraus und ab und zu flog er ins Gebüsch oder auch mal in einen kleinen Bach neben dem Weg. In diesem schwamm er schließlich auch davon. :-(

Bei den Pausen, die wir immer wieder machten, legte ich mich stets gleich hin und schlief und Regina lobte mich dann und sagte, sie hätte keine Bedenken, dass ich nächstes Jahr bei unserer großen Tour durchhalten werde.


Am zweiten Tag suchte Regina eine Wanderung aus, bei der nicht so viele Menschen waren. Genaugenommen trafen wir nur einen Gemeindearbeiter und zwei Joggerinnen. Und wir waren nicht in einem Naturschutzgebiet unterwegs und ich durfte die ganze Zeit über freilaufen. Wir waren fünf Stunden unterwegs – die ganze Zeit über im Wald und es gab viele Bäche, deren Wasser einfach herrlich schmeckte.


An unserem vierten Urlaubstag regnete es und wir fuhren nach dem Frühstück wieder nach Hause. Dort angekommen, musste ich natürlich sofort nachsehen, ob am Hof noch alles in Ordnung war. Und da passierte dann ein kleines Unglück.


Im Hochdruckreiniger hatte sich eine Ratte eingenistet und ich wollte die unbedingt verscheuchen. Es war aber die Reinigungsflüssigkeit ausgelaufen und ich stapfte da voll mit meinen Pfoten hinein. Bis ich merkte, dass das schmerzte, war es schon zu spät.


Regina wurde erst darauf aufmerksam, als sie sah, dass ich ganz braune Pfoten hatte und diese heftig ableckte. Das tat zwar auch auf der Zunge sehr weh, ich konnte aber partout nicht damit aufhören. Es schmerzte zwischen den Zehen einfach zu stark! Sofort packte sie mich und schleppte mich ins Bad, wo sie mich nicht in die Dusche zog, sondern erstmals in die Badewanne beförderte. Dort steckte sie mir zuerst den Duschkopf ins Maul, dass ich dachte, sie will mich ersäufen. Dann wurde ich mit und ohne Seife abgeduscht und schließlich erhielt ich ein Fußbad. Diese Prozedur musste ich immer und immer wieder über mich ergehen lassen. Dazwischen wurde ich immer wieder mit dem Handtuch abgerubbelt.


Als ich schließlich wieder aus dem Bad durfte, rief sie noch beim Tierarzt an und ich bekam danach so einen Reis-Schlaatz zu fressen und rohes Sauerkraut. Um die Füße bekam ich Verbände, die in einer gelben Flüssigkeit getränkt waren. Die kühlten zwar schön, aber ich konnte damit überhaupt nicht mehr laufen. Am nächsten Tag schlief ich viel und erhielt immer wieder die Verbände gewechselt und am dritten Tag kam der Tierarzt und gab mir eine Spritze. An meinem rechten Ellbogen waren die Haare ganz geschrumpelt und die Haut nässte und auf meiner Zunge hatte ich zwei große, verätzte Stellen. In den nächsten Tagen wusch Regina mir immer wieder die Pfoten und wir fuhren oft zum Inn.


Inzwischen ist die Zunge wieder abgeheilt und diese verschrumpelten Haare am Ellbogen haben Regina und ich gemeinsam weggerubbelt. Nur die Füße sind noch braun und werden es wohl noch eine ganze Weile bleiben.






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Espero a Pauline

von der Saußbachklause

Pferde- und Landwirtschaftsmeisterin

geboren am 16. Dezember 1960

verheiratet

bisher drei veröffentlichte Bücher

Hobbys Wandern, Malen, Schreiben und Pauline

Border Collie

geboren am 26. Dezember 2018

ledig und kastriert

Besuchs- und Lesehund

Hobbys Obedience, Tricks, Löcher in den Garten graben

Regina Haumaier

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